Methoden
Zukunftsforschung ist jede Forschung, die die Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens erfüllt, unabhängig davon, ob sie disziplinär, interdisziplinär oder transdisziplinär, grundlagen- oder anwendungsorientiert, privatwirtschaftlich oder öffentlich finanziert ist. Aussagekräftige und relevante Zukunftsforschung kann jedoch nicht außerhalb von gegebenen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Erkenntnisinteressen stattfinden. Diese Zusammenhänge müssen in jedem einzelnen Fall angegeben werden, ansonsten läuft Zukunftsforschung Gefahr, für die Darstellung von politischen Gesinnungen, wirtschaftlichen Einzelinteressen oder moralischen Individualvorstellungen als allgemein gültig und wissenschaftlich erwiesen verwendet zu werden.
Die Methoden der Zukunftsforschung beinhalten sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze, dazu zählen etablierte Methoden wie Delphi-Technik, Szenario-Methode, Cross-Impact Analyse, kultur- und sozialwissenschaftliche Theoriebildung, Reflexion und Modellentwicklung. Daneben werden aber auch ständig neue Methoden entwickelt, etwa die Leitbildanalyse oder das Gesellschaftsdelphi. In der Anwendung wird in der Regel auf Triangulation & Mixed-Methods-Ansätze zurückgegriffen, um die Perspektive durch den Einsatz mehrerer Methoden zu erweitern.
Zukunftsforschung ist dabei ausdrücklich inter- und transdisziplinär. Forscherinnen und Forscher aus Pädagogik, Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft, Sprachwissenschaften und Ökonomie, Ingenieurswissenschaften treffen in ihren Projekten auf politische Entscheidungsträger, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft oder Leitende und Lehrende von öffentlichen Einrichtungen. Die Forschung selbst basiert auf partizipativen und teamorientierten Prozessen.
